Wieso Werkstatt und Wein?

Wenn wir auf dieser Werkstatt-Tour nach Hessen etwas gelernt haben, dann dass (guter) Wein hier allgegenwärtig ist. Überall gibt es Winzer, überall kann man an Verkostungen teilnehmen und selbst am norddeutschen Pendant zur „Milchtankstelle“ gibt es Wein. 

Aber wegen des Weines machen wir die Tour nicht. Wir sind unterwegs, weil wir in die Werkstatt wollen, da wir eine Dieselheizung nachrüsten lassen wollen. Seht selbst, wie es uns ergeht.

Zum Shoppen nach Bremen

Nachdem wir gerade zwei Wochen zuhause waren, geht es heute Abend wieder los. Wir haben mit unserem Wohnmobil einen Werkstatt-Termin in Groß-Gerau, wo wir uns eine Dieselstandheizung einbauen lassen wollen (mehr dazu in einem folgenden Beitrag). Und bevor wir in einem Rutsch durchfahren, wollen wir in mehreren Etappen langsam in Richtung Werkstatt fahren. Und so starten wir abends, als sich die Staus bereits aufgelöst haben.
Erwartungsgemäß kommen wir staufrei gegen 21 Uhr auf dem „Stellplatz“ in Lilienthal nahe Bremen an. Hierbei handelt es sich um einen einzelnen ausgewiesenen Womo-Parkplatz auf einem riesigen Groß-Parkplatz. Nebenan befinden sich ein Hallenbad, diverse Sportplätze und ein Vereinsheim…Da wir noch immer 27 Grad haben, setzen wir uns noch ein wenig raus und lassen uns von der Musik aus dem Vereinsheim beschallen. Zum Glück wird die gegen 22:30 Uhr etwas leiser. Bleiben nur noch die Jungerwachsenen, die sich neben uns auf dem Parkplatz treffen…Als wir um 23:30 Uhr ins Bett gehen, haben wir die Hoffnung auf eine ruhige Nacht bereits aufgegeben…

Stellplatz Lilienthal, Zum Schoofmoor 7, 28865, Lilienthal

Werkstatt und Wein

Gegen zwei Uhr verlassen die letzten jungen Leute den Parkplatz mit quietschenden Reifen. Dann ist endlich Ruhe. Zumindest bis sieben Uhr, dann kommen die Schüler und Lehrer der angrenzenden Schulen. Okay, wir wollen ja eh nach Bremen. Also starten wir früher und frühstücken gemütlich vor unserem ersten Ziel, einem riesigen Fahrradladen. Anschließend besuchen wir kurz das Outlet, denn auch neue Wandersocken können wir bei unserer Reiseplanung gebrauchen.

An der Weser entlang nach Bückeburg

Wir fahren entlang der Weser weiter. Bedingt durch einige Straßensperren kommen wir nicht wirklich gut voran und landen letztlich auf einem der Stellplätze in Bückeburg. Der kostenlose Platz ist bis auf einen Dauercamper leer und völlig okay. Schließlich wollen wir nur ein wenig Schlaf von der letzten Nacht nachholen. Wir schauen uns das wirklich schöne Städtchen an, bevor wir zurück am Womo gemütlich zu Abend essen. Leider werden wir bereits zu dieser Zeit vom anderen Wohnmobil mit dessen Musik beschallt. Das Ganze steigert sich im Laufe des Abends zu immer lauterer und immer schlechterer Musik. Um 23 Uhr gehen wir bei wirklich schlechtester Schlagermusik ins Bett…Schade, der Platz wäre wirklich völlig okay gewesen.

Wohnmobil-Stellplatz Bückeburg, Parkplatz Neumarktplatz, Unterwallweg, 31675 Bückeburg

Wohin am Samstagnachmittag??

Am nächsten Morgen werden wir von …ta ta…Schlagermusik geweckt. Wir flüchten! Unsere grobe Richtung steht fest und wir schauen uns ein paar Stellplätze unterwegs an. Mittlerweile haben wir allerdings unsere Ansprüche hochgeschraubt: kein Vereinsheim in der Nähe und bei über 30 Grad etwas Grün drumherum. Gar nicht so einfach in Deutschland am Wochenende im Sommer. Nicht dass wir die Massen an Wohnmobilen, die aktuell unterwegs sind, vergessen haben. Das nicht. Wohl aber die Schützenfeste, Radsportveranstaltungen und sonstigen Events, die gefühlt immer auf den Wohnmobilparkplätzen stattfinden. Am Ende des Tages parken wir auf einem Wanderparkplatz, nachdem der letzte Stellplatz für eine Feuerwehrfeier genutzt wurde und wir um 20 Uhr einfach keine Lust mehr haben, noch weiterzufahren.

Werkstatt und Wein

Mitten im Wein

So eine ruhige Nacht hatten wir lange nicht. Und selbst am Morgen kommt nicht ein einziges Auto auf den Parkplatz. Wir nutzen die Ruhe, um uns einen vernünftigen Stellplatz in der Nähe von Groß-Gerau herauszusuchen. Immerhin ist heute Sonntag und viele Wohnmobilisten fahren wieder gen Heimat. Spontan entscheiden wir uns für einen Stellplatz beim Winzer. Als wir zur Mittagszeit hier ankommen sind bereits einige Plätze frei und wir können uns einen schönen Platz zwischen den Weinbergen aussuchen. Wie herrlich. Und da wir die letzten Tage nur gesessen haben und gefahren sind, suchen wir uns für heute ein Wanderziel heraus und marschieren los. Als wir am ersten Zwischenziel, dem Schloßturm Schwabsburg ankommen, sehen wir allerdings bereits die schwarze Wolkenfront auf uns zukommen…Wir besteigen den Turm dennoch und gehen anschließend noch weiter zum Wartturm. Gefühlt sprinten wir allerdings die paar Kilometer zurück, so dunkel sieht es aus, aber der Regen kommt nicht. Noch nicht. Erst um Mitternacht zieht ein Unwetter über uns hinweg.
Die zu den beiden Türmen können wir absolut empfehlen, man hat einen herrlichen Weitblick über die ganze Gegend und überall Sitzgelegenheiten, um die Gegend zu genießen.

Stellplatz am Weingut Gehring, Außerhalb 17, 55283 Nierstein (Homepage)

Es gibt Wein

Heute genießen wir einfach die Ruhe. Wir fahren mit den Rennrädern kurz runter zum Rhein, um uns die Fähre anzusehen, am Bahnhof Neun-Euro-Tickets für die nächsten Tage zu kaufen und im Supermarkt noch ein paar Lebensmittel zu kaufen. Anschließend kaufen wir noch etwas Wein an einem anderen Weingut (hier, wo wir stehen, ist Sonntag und Montag Ruhetag) und genießen den traumhaften Stellplatz inclusive Sonnenuntergang!

Zu Besuch bei den Mainzelmännchen

Am nächsten Morgen fahren wir in die Werkstatt nach Groß-Gerau, wo wir noch eine ausführliche Erklärung des geplanten Einbaus der Dieselheizung bekommen. Ab dann heißt es warten, warten, warten. Da wir auf dem Werkstattgelände übernachten dürfen, müssen wir die Zeit von 8-17 Uhr rumkriegen. Vier Tage! Spontan beschließen wir, heute mit der Bahn nach Mainz zu fahren. Gesagt, getan. Die Bahn schafft es tatsächlich, auf der zwanzigminütigen Fahrt vierzig Minuten Verspätung aufzubauen. Gut, wir haben Zeit ohne Ende, aber bei diesen Temperaturen ohne Fenster und Klimaanlage ist es in der Bahn auch nicht so schön. Und, was wir auch nicht wussten: in Mainz war am Wochenende zuvor ein großes Stadtfest und die Überreste wurden gerade abgebaut. Zusammen mit dem noch herumliegenden Müll war es nicht ganz so schön, vor allem bei der Hitze. Noch schlimmer war jedoch, dass offensichtlich jedes öffentliche WC defekt und somit gesperrt war. Sowas geht einfach nicht! Nachdem wir die Altstadt gesehen und noch ein Weilchen am Main gesessen haben, fahren wir zurück nach Groß-Gerau. Um 17 Uhr dürfen wieder in den Alpa und sind völlig erledigt.

Und noch mehr Wein: Wir gehen eine Etappe des Rheinsteigs

Heute treffen wir uns mit Werner und Angelika, die eine Wanderung geplant haben. Wir fahren wieder mit der Bahn, steigen in Wiesbaden um und dann in Assmannshausen aus.

Von hier aus erwandern wir auf dem Rheinsteig die Etappe 5 nach Lorch.  Von zahlreichen Aussichtspunkten können wir die Schönheit des Rheintals genießen. Immer wieder bieten sich atemberaubende Ausblicke auf den Rhein und die Vielzahl an Burgen an diesem Streckenabschnitt. Und wieder spielt Wein eine große Rolle: während man bei uns im Norden am Straßenrand sogenannte „Milchtankstellen“ findet, wo der erschöpfte Wanderer Milchprodukte der Region erwerben kann, gibt es hier das Pendant in Form einer „Rotweinlaube“. Hätten nicht irgendwelche Vandalen die kleine Hütte zerstört, hätten wir hier jetzt eine Flasche Wein erwerben können. Auch Gläser hätte es gegeben. Schade. Aber wir nutzen die Sitzgelegenheit trotzdem, um eine kleine Rast einzulegen.

Nach 15 Kilometern erreichen wir den Bahnhof Lorch, fahren zurück nach Eltville und genießen in einem Gutsausschank hervorragendes Essen und natürlich hervorragenden Wein. Ein absolut passender Abschluss für einen traumhaften Tag. Um 21 Uhr sind wir zurück am Alpa und müssen den Wagen noch zwei Stunden lüften, so heiß ist es drinnen.

Wein zum Frühstück

Heute kommen Werner und Angelika mit ihren Fahrrädern nach Groß-Gerau. Wir machen eine Radtour  quer durchs Land, am Rhein entlang, setzen in Nierstein mit der Fähre über den Rhein und radeln dann zurück nach Groß-Gerau. Natürlich fehlte auch bei dieser Tour der Wein nicht. Als wir um 15:30 Uhr nach gut 55 Kilometern zurück an der Werkstatt sind, völlig erledigt von den Temperaturen jenseits der 30 Grad, steht unsere Alpa bereits außerhalb der Werkstatthalle. Wir verabschieden uns von Werner und Angelika und hoffen, uns bald mal wieder zu sehen.

Zurück in der Werkstatt

Von Seiten der Werkstatt erfahren wir, dass unser Wagen fertig ist. Normalerweise würde man in der Nacht noch einen Probelauf der Heizung machen, aber da wir aktuell 44 Grad im Wagen haben, sei das einfach nicht möglich. Und so können wir bereits heute die Werkstatt verlassen. Mit 41 Grad im Wagen und 35 Grad außerhalb stellen wir uns erstmal in den Stau rund um Frankfurt. Um 19 Uhr erreichen wir den kleinen, wirklich schönen Stellplatz in Homberg (Ohm). Mit VE, umsonst und tollem Weitblick. Das einzige was nicht so toll ist, sind die hohen Temperaturen, der Alpa wird einfach nicht kälter. Aber laut Wetterbericht soll es heute Nacht noch ein kleines Unwetter geben. Wir sind gespannt und sitzen bis zur Dunkelheit draußen.

Wohnmobilstellplatz Homberg, Stadthallenweg, 35315 Homberg (Ohm)

Gegen 4 Uhr werden wir vom Regen geweckt. Wir nutzen die Chance und stehen auf. In der Hoffnung, dass die A7 am Vormittag noch nicht ein einziger Stau ist. Und unser Plan geht auf: bereits um 11 Uhr sind wir staufrei zuhause! Im Regen! Und es ist kalt genug, dass wir den Probelauf der Heizung gleich durchführen können.